(Nur noch) 96Tage bis zum Marathon – War wohl nichts mit „unter 2h“

Nun endlich etwas verspätet mein Bericht über den Halbmarathon in Fürth (Metropolmarathon) am 12.06.2016. Die 2h habe ich leider nicht gepackt, mittlerweile bin ich auch über die Enttäuschung hinweg und kann Rückblicken sagen: „Es war ein schöner Lauf!“

Am Samstag zuvor haben Melli und ich fleißig einen Streckenposten bei den Kinder- und Jugendläufen übernommen, dafür durften wir dann kostenlos starten, da der Lauf von unserem Verein dem Laufteam Fürth 2010 ausgerichtet wird. Eine tolle Sache wie ich finde.

Im Startnummernbeutel war jede Menge Zeug drin, hätte ich das vorher gewusst hätte ich nicht einem Freund gesagt, dass ich ihm und seiner Staffel (4x10km) die Unterlagen mitbringe…hab ich mich abgeschleppt bis zu meinem Auto :-P. Jeder Beutel beinhaltete 0,5l Cola, ein Gesichtswasser, 2 Proben B12 Vitasprint, eine Probe von Sebamed Duschgel, eine Genuss-Probe eines Früchte-Müslis, Traubenzucker, und eine Packung Magnesium. Des weiteren zwei Streckenpläne, eine Running Zeitschrift, einen Laufkalender, eine Lauf-Zeitung, einen Gutschein für das Fürthermare (2Personen nur einer zahlt) und den üblichen Papierberg an Werbung ;-). Und jeder Teilnehmer konnte noch zwischen einem Rucksack und einem großen Regenschirm wählen. Die Beutel waren demnach bis oben hin gefüllt.

 Auf der Fürther Freiheit (so heißt der Platz, an dem auch Start und Ziel war) war ordentlich was los!! Die dort aufgebaute Marathonmesse war gut besucht. Auch der Schuhladen meines Vertrauens hatte einen Stand, und ein Paar Wettkampfschuhe von Asics für 49€ (von 139€ reduziert) im Angebot. Da ich mir schon seit längerem ein leichteres Paar mit weniger Dämpfung für kürzere Strecken zur Abwechslung kaufen wollte war das doch ein tolles Schnäppchen, welches ich nun mittlerweile meinem Mann auch schon gebeichtet hab ;-). Probiert habe ich sie dann gleich am gleichen Tag  für kurze 2km. Für den Lauf am Sonntag wollte ich sie natürlich noch nicht anziehen, da das doch zu riskant ist in neuen Schuhen ;-).

Abends waren mein Mann und ich auf eine Geburtstagsfeier eingeladen, ich bedauerte sehr, dass ich schon um 11Uhr nach Hause gehen „musste“ und auch keinen Alkohol trinken „wollte“, damit ich am Sonntag morgen für den Lauf fit wäre. Und dabei wäre zu erwähnen, dass es eine sehr leckere Erdbeer-Bowle gab :-), was das ganze nicht leichter machte zu verzichten. Der Plan mit dem früh zu Bett gehen ging leider nicht ganz auf. Ich konnte ewig nicht einschlafen und wälzte mich hin und her – vermutlich die Aufregung. Demnach war ich auch wach als mein Mann gegen drei Uhr nach Hause kam. Erst dann bin ich einigermaßen fest eingeschlafen, bis um 7:00 wieder der Wecker geklingelt hat. Alles in allem eine unruhige Nacht.

Meine Laufkleidung hatte ich schon am Vortag rausgelegt, d.h. das fertig machen ging relativ schnell. Dann noch eine Kleinigkeit frühstücken und dann machte ich mich auch schon auf den Weg. Bereits in der U-Bahn traf ich ein paar bekannte Gesichter, und man wünschte sich gegenseitig einen guten Lauf. Am Info-Stand des Laufteam Fürth 2010 traf ich mich dann mit Melli und ihrem Mann und einigen anderen Lauf-Team-Mitgliedern. Nach dem Start des Marathons, starteten die 10km Läufer und wir eine halbe Stunde danach.

Die ersten paar Kilometer lief ich mit Birgit vom Laufteam, da Melli schneller als „nur unter 2h“ laufen wollte. Doch bereits nach kurzer Zeit merkte ich, dass unser Tempo nicht gut zusammen passte und sie sagte, dass sie lieber hinten raus mehr Gas geben will und ich aber eigentlich einen 5:35 Schnitt halten wollte. So lief ich alleine weiter.

Hatte anfangs auch ein echt gutes Gefühl. In etwas Entfernung sah ich stets den Zugläufer für 2:00:00h, der auch schon vor mir gestartet war. Diese Entfernung wurde auch immer geringer und nach etwa 10km hatte ich ihn auch hinter mir gelassen. Bis dahin dachte ich wirklich ich könnte es schaffen. Ich genoss die musikalische Unterhaltung am Streckenrand und die gute Atmosphäre, welche durch die vielen Zuschauer bedingt war. Von tollen Trommlern bis über Bands mit E-Gittare und einem Flöten-Orchester war wirklich alles  geboten. Auch ganz viele Verpflegungsstationen gab es entlang der Strecke.

 Ab dem 15km wurde es dann schon anstrengend und ich sah von hinten den besagten Zugläufer mit seinem Ballon. Er kam unerbittlich näher und überholte mich schließlich bei Kilometer 16. -Panik- Eine Zeitlang versuchte ich noch mich ranzuhängen aber der Abstand wurde immer größer. Das war auch der Moment in dem mir klar wurde, dass es wohl wieder nichts mit „unter 2h“ werden würde. Mein Schnitt fiel auf 5:50, 10 Sekunden zu langsam…Es war verdammt schwül und ich kippte mir an jeder Verpflegungsstelle Wasser drüber. (Ja ich weiß das macht man nicht ;-)).

Innerlich war ich wütend auf mich, auf den steilen Berg, die Sonne, den Regen, das Wetter, den Zugläufer, den Berg, meine schweren Beine, die verlorene Zeit und vorallem auf mich, weil ich wieder aufgegeben hab.

Letztendlich kam ich mit 02:02:58h ins Ziel, d.h. auf den letzten 5km hab ich 3 Minuten verloren. Gefühlt ging es da aber auch nur noch bergauf und ich konnte einfach nicht mehr schneller. Hinter her denkt man immer, da wär noch was gegangen aber es ging einfach nicht.

Im Ziel angekommen, erlaubte sich doch tatsächlich ein 10km-Läufer mich darauf hinzuweisen, dass ich doch recht „fertig“ aussehe. Ich atmete tief ein und versuchte meine Wut auf mich selbst nicht an dieser (doch recht unverschämten) Person auszulassen und antwortete : „Ich bin auch den Halben gelaufen und nicht nur den flachen 10er.“ Drehte mich um und machte mich auf den Weg zu meinem trotzdem Wohlverdienten alkoholfreien Weizen.

Dort begegnete ich dann Melli, die auch nicht besonders glücklich mit ihrer Zeit (01:58:38h) war und dass auch sie eingebrochen ist und ihr der Berg am Schluss zu schaffen gemacht hat. Auch Birgit hat die 2h nicht geschafft und viele andere Lauf-Kollegen erzählten von einem schweren Lauf und nicht erreichten Zielen. Diese Tatsache versöhnte mich wieder etwas mit mir selbst und ich beschloss für mich selbst, dass ich es irgendwann schon noch schaffen werde. Wenn nicht bei diesem Lauf, dann vielleicht beim nächsten oder übernächsten oder eben dem danach.

Metropolmarathon

Der Focus liegt ja eigentlich eh im Moment auf dem Marathon-Trainingsplan. Meinen Distanz-Rekord hab ich nun dieses Wochenende mit 25,7km aufgestellt und freue mich nun auf die Regerationswoche die nun ansteht.

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