169 Tage – Die härteste Treppen-Einheit – Adam’s Peak

Wie ihr wohl bemerkt habt, war es die letzten drei Wochen hier relativ ruhig. Das lag daran, dass ich mit meinem Mann Tom und zwei Freunden, Shoshana und Sebastian, für 16Tage im schönen Sri Lanka war. Das Training wollte ich natürlich nicht ganz vernachlässigen. Ob mir das gelungen ist? Zudem habe ich die härteste Treppeneinheit meines Lebens absolviert. Wir waren auf dem Adam’s Peak.

Ich muss zugeben, die ersten vier Tage habe ich es nicht geschafft das Fitnessstudio zu betreten. Zumindest hab ich mit Shoshana regelmäßig (zumindest am Anfang ;-)) Aqua Zumba im Pool mitgemacht und sind einige Bahnen geschwommen.

Aber zu meiner Verteidigung, waren wir natürlich auch etwas unterwegs. Wir waren z.B. beim Whale Watching. Und tatsächlich haben wir einen Blauwal gesehen. Das war echt ein unbeschreibliches Erlebnis. Auch wenn ich davon, dass dann 10 Boote dem Wal hinter her jagen wenig begeistert war, aber so ist das nun mal auf solchen Ausflügen…

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Zudem waren wir in der Stadt Galle und durften etwas die Kultur und vor allem den wahnsinnigen Straßenverkehr (vor dem mich mein Chef auf Arbeit bereits gewarnt hat :-P) kennen lernen.

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Auch den bekannten Stelzenfischern von Sri Lanka haben wir einen Besuch abgestattet, die wohl heutzutage mehr nach Touristen als nach Fischen angeln ;-). Ich will gar nicht wissen, wie lange der „Fischer“ seinen Fang schon an der Angel hat und wie oft er ihn an diesem Tag schon überrascht aus dem Wasser gezogen hat 😛 (gezappelt hat er jedenfalls nicht mehr). Trotzdem schön das mal gesehen zu haben.

bei den Stelzen-Fischern

Am fünften Tag hab ich es dann wirklich geschafft nach dem Frühstück eine Runde aufs Laufband zu gehen. Ganze 35Minuten. Mehr ist bei den Temperaturen einfach nicht möglich. Der Raum war zwar mehr oder weniger klimatisiert, hatte aber bestimmt trotzdem noch 28Grad und keinen kleinen Windzug. Das Fitnessstudio an sich war echt ok. Es gab einen Wasserspender, frische Handtücher, Desinfektionsmittel für die Geräte und einen Fernseher zur Unterhaltung. Wobei der Ausblick aus der tollen Fensterfront auf den Pool und den dahinter liegenden Indischen Ozean auch großartig war.

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So besuchte ich weitere drei Tage in Folge das Fitnessstudio und verbracht immer so ca. eine halbe Stunde auf dem Laufband. Dieses hat übrigens Polar unterstützt und sich automatisch mit meinem Brustgurt verbunden.

Dann war der Ausflug auf den Adam’s Peak geplant. Nicht ganz der höchste aber der heiligste Berg Sri Lankas (2243m). Auf die Idee gebracht, diesen Berg zu besteigen hat mich mein Arbeitskollege Christian, der mir noch viele weitere Tipps für Sri Lanka gegeben hat. Ich habe Christian gefragt was das schönste für ihn an Sri Lanka war und er meinte dieser Berg. Meine daraufhin erfolgte Internetrecherche machte mich sehr neugierig. Klingt super, nachts auf den Berg und von oben den Sonnenaufgang über dem tollen Hochland bestaunen. 5200 Treppenstufen, gar kein Problem. Dachte ich… jetzt musste ich nur noch meine Mitreisenden von der Idee überzeugen. Shoshana war gleich dabei, bei den Männern erforderte das ganze schon etwas mehr Überzeugungskraft ;-).

Wir haben den Ausflug bei einem Einheimischen namens Charlie, gebucht. Er meinte drei Stunden mit dem Bus bis zum Startpunkt. Das geht ja noch dachten wir. Er holte uns um 20Uhr nach dem Abendessen ab. Wie sich herausstellte, war das mit den drei Stunden etwas geflunkert, es waren 5 Stunden Busfahrt auf nicht enden wollenden Serpentinen, und die Wege als Straßen zu bezeichnen war teilweise schon gewagt. Aber gut, hinwärts hat man doch die eine oder andere Minuten etwas gedöst. Der Anblick des Berges war der Wahnsinn. Ihr könnt das Bild das sich uns bot, als Titelbild bestaunen. Wobei es da natürlich nicht so wirkt,  als wenn man da wirklich steht und nach oben sieht. Die Gefühle waren gemischt. Ich freute mich, die anderen verfluchten mich. (Vielleicht als Hintergrund Info, ich hatte letztes Jahr schon eine Bergtour in der Schweiz mit ihnen unternommen, die wohl etwas anstrengender war als gedacht :-P). So machten wir uns auf den Weg, vorbei an seltsamen Souvenier-Verkaufsständen.

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Anfangs kamen wir an der ein oder anderen größeren oder kleineren Buddah-Statue vorbei. Die ersten Treppenstufen waren kein Problem. Wir überholten eine deutsche Familie, die Mutter war etwas kräftiger und mit zwei Walking-Stöcken bewaffnet. Sebastians Fazit: „Wenn die das schafft, schaff ich das auch!“ Nach einer Stunde stetigen Treppensteigens war uns klar, das schafft sie niemals… Die Treppen waren mal niedrig, mal hoch, mal schmal und mal breit. Und sie wollten einfach nicht enden. Nach jeder Biegung lagen weitere hundert Stufen.

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So stiegen wir tapfer Stufe um Stufe um Stufe um Stufe…. Mein Training machte sich da schon etwas bemerkbar, während ich noch relativ fit war, waren die anderen drei schon nicht mehr so gut auf mich und meine Idee den Berg zu besteigen zu sprechen. Nach ca. 2h Treppensteigen, nicht zu vergessen mitten in der Nacht bei extremer Luftfeuchtigkeit, und immer noch keinem Ende in Sicht, wollte Sebastian umdrehen.

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Auch ich merkte bis dahin schon etwas meine Beine. Nach kurzer Rast und einigem hin und her diskutieren entschieden wir uns weiter zu machen. Wir kamen an eine Stelle an der die Treppen mit einem Geländer in der Mitte geteilt wurde. Ich hatte im Internet gelesen, dass das gegen Ende der Strecke so ist um beim letzten schwierigen Stück für Ordnung zu sorgen. Rechts die Leute die hoch wollen, links die die runter gehen.

Der Gedanke…“Wir müssen, das alles auch wieder runter!!!“

Egal- wir machten weiter. Auch die Tatsache, dass uns hunderte Einheimische (die mindestens ein Mal in ihrem Leben diesen Berg besteigen müssen) uns über den Weg liefen – in Flip Flops, kaputten Sandalen oder gar Barfuß-, zeigte uns, dass Aufgeben keine Option war. Jung oder Uralt. Viele trugen ihre Kinder sogar den Berg hoch…das war wirklich der Wahnsinn.

Unterwegs gab es immer mal eine Teestube, die ehrlich gesagt nicht sonderlich einladend aussahen. Auch ein Gang auf die Toilette ist wohl eher weniger zu empfehlen. Siehe nachfolgendes Bild:

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So bahnten wir uns doch tatsächlich unseren Weg nach oben. Ständig hörten wir die Glocke am Berg läuten und wussten nun kann es nicht mehr so weit sein. Ca. eine halbe Stunde weiteres Treppensteigen später erreichten wir doch tatsächlich den Gipfel. Zu unserer aller Enttäuschung sah es dort oben ganz und gar nicht so aus, wie wir uns das vorgestellt hatten. Natürlich musste man dort seine Schuhe ausziehen, -heiliger Boden usw.-. Es war eiskalt und windig und der Boden war komplett belegt von schlafenden Einheimischen, kranken Leuten, Niesen und Husten überall, weinende Kindern und ein eiskalter Wind, beißender Uringeruch. So hatten wir uns das nicht vorgestellt…
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Der Fußabdruck Buddahs, war mit einem Tuch abgedeckt und sah einfach aus wie eine Mulde im Boden. Wenig spektakulär um ehrlich zu sein. Das war der Moment in dem ich dachte: „Hoffentlich begegnen meine drei Lieben niemals Christian, meinem Arbeitskollegen, der mich auf diese Idee gebracht hat.“ Um ehrlich zu sein, war es wirklich furchtbar auf diesem Berg, zu allem Überfluss war es noch eine Stunde bis zum Sonnenaufgang. Keiner von uns wollte noch eine Minute länger dort oben bleiben, so beschlossen wir wieder ein bisschen abzusteigen. Im Nachhinein war das eine sehr gute Idee, wie wir später von einem deutschen Touristen erfuhren, da oben alle Leute die gute Aussicht verdeckt haben.

Auf unseren ersten Metern abwärts, begegnete uns doch tatsächlich die deutsche Familie mit der kräftigeren Dame vom Anfang. Wir waren alle schwer beeindruckt. Sie war zwar wirklich am Ende, aber wir ermunterten sie, dass es jetzt wirklich nicht mehr weit sei :-). Sie hat uns alle wirklich überrascht. Sebastian sagte nur: „Stellt euch vor, ich wäre umgedreht und hätte sie gesehen, dann wär ich aber wieder hoch,…“

Und dann bot sich uns eine wirklich sensationelle Aussicht, die Sonne ging auf. Zum ersten Mal erkennt man die Umgebung um sich herum etwas besser.

Es war wirklich wunderschön, und wir begannen die Strapazen zu vergessen. Der Abstieg war dann auch weniger schwer als angenommen. Die Waden zitterten zwar enorm aber wir kamen gut vorwärts.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auch die Jungs konnten sich, zu diesem Zeitpunkt wieder ein Lächeln abringen. Wir alle waren mächtig stolz auf uns, dass wir es geschafft haben. Irgendwie ein tolles Gefühl, gemeinsam an die eigenen Grenzen gegangen zu sein und es tatsächlich bis nach oben durchgehalten zu haben. 5200 Treppenstufen sind echt nicht wenig. Doch wir konnten schon wieder die ersten Witze machen und uns auf den Muskelkater der nächsten Tage freuen. Jetzt war tatsächlich nur noch die 5 stündige Heimfahrt mit dem Bus unser größtes Problem. Wir besuchten unterwegs noch eine Teeplantage, bevor wir versuchten etwas Schlaf zu bekommen. Bei den Straßen echt schwierig.

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Die letzten beiden Stunden im Bus, kamen uns wie eine Ewigkeit vor. Wir wollten nur noch duschen, essen und schlafen. Genau das, haben wir dann auch gemacht. So anstrengend wie es auch war, war es ein toller Ausflug, ein wahnsinniges Erlebnis. Die anderen drei haben mir (denk ich zumindest) mittlerweile verziehen, dass ich ihnen so etwas in ihrem Urlaub angetan habe ;-). Ich für meinen Teil würde sagen, dass ich es nicht unbedingt nochmal machen würde, die Erfahrung jedoch auch keines Falles missen will.

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Ab da standen dann nur noch kleinere Unternehmungen, wie shoppen in Bentota oder der Besuch einer Schildkrötenfarm auf dem Plan. Die Jungs durften helfen eine über 120 Jahre alte und ca.330kg schwere Schildkröte zum Strand zu tragen, damit sie Eier ablegen konnte.

Eine Bootsfahrt durch die Mangroven rundete unseren Urlaub auf Sri Lanka ab. Wir haben viel erlebt, uns ausgeruht, viel und gut (scharf) gegessen und vor allem hatten wir jede Menge Spass. Danke euch für den schönen Urlaub :-* .

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Jetzt bin ich wieder zuhause. Top motiviert werde ich mich jetzt meinem Training widmen. Muss ja jetzt auch wieder bissl was aufholen.

LG eure Ina

 

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