249 Tage bis zum Marathon-Wieso können uns Nicht-Läufer nicht verstehen?

Als ich vor ein paar Wochen bei einer guten Freundin auf ihrem 30ten Geburtstag war (ja langsam werden die ersten im Freundeskreis schon dreißig – beängstigend), habe ich geäußert, dass ich überlege in Berlin zum ersten Mal einen ganzen Marathon zu laufen. Das war noch bevor ich mich für den Marathon angemeldet hatte, jedoch wollte ich euch diese Geschichte nicht vorenthalten.

Die Reaktionen reichten von totalem Unverständnis über Ungläubigkeit bis hin zu Bewunderung. Jedoch konnte sich keiner sonst am Tisch auch nur ansatzweise vorstellen so etwas zu tun – warum auch?
Ja das ist die Frage dich ich immer wieder höre, warum läufst du so viel (Viel??Wenn die wüssten wie viele Kilometer die anderen im Lauftreff wöchentlich laufen)? Wie schaffst du das? -Ich könnte das nicht-.
Dabei bin ich persönlich der Meinung, jeder kann das (zumindest das was ich tue), wenn er nur will! Wenn mir vor drei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich Halbmarathons laufe, Mitglied in einem Lauftreff bin und überlege einen Marathon zu laufen hätte ich ihn für verrückt erklärt. Doch genau so ist es. Aber warum? Für mich bringt das Laufen viele Vorteile mit sich. Erstens jeder der möchte kann laufen, muss ja nicht gleich schnell und weit sein. Man braucht anfangs nicht mehr als ein paar ordentliche Schuhe. In den Kaufrausch nach Funktionswäsche verfällt man nach einer gewissen Zeit sowieso. Ein weiterer guter Grund ist die Bewegung an sich als Ausgleich zum Beruf, außerdem bin ich an der frischen Luft und bekomme darüber hinaus noch meinen Kopf frei. Irgendwo habe ich einmal einen Satz gelesen der mir bis heute nicht mehr aus dem Sinn geht. Den genauen Wortlaut weiß ich leider nicht mehr. Deshalb nun frei nachempfunden für euch:
„Nach jedem Lauf, scheint mir meine Welt ein klein wenig weniger chaotisch“
Und genau so ist es. Ich sortiere während dem Lauf meine Gedanken, was ist mehr oder weniger wichtig. Wem könnte ich was zum Geburtstag schenken. Nachdem die Gedanken sortiert sind lässt es sich auch viel leichter abschalten.
Und zurück zu dem Punkt warum laufen: als Letztes (ich könnte noch ewig weiter philosophieren warum laufen toll ist) möchte ich noch „das Gefühl danach“ anbringen. Wenn man unter der Dusche steht und weiß, dass man etwas gemacht hat. Einfach nur genial.
Jedoch haben all diese für mich nur logischen Argumente für das Laufen an dem Tisch niemanden so wirklich überzeugt. Die Frage wie schaffst du das ist für mich deutlich einfacher zu beantworten. Nicht darüber nachdenken. Nach Hause kommen, Schuhe anziehen und raus oder eben einfach zum Lauftreff gehen. Versuchen dem inneren Schweinehund niemals eine Chance zu geben! Keine Zeit ist keine Ausrede. Man muss eben Prioritäten setzten!
Nachdem ich mit vollem Einsatz, leider erfolglos, meine Zuhörer überschwänglich versucht hab fürs Laufen zu begeistern, meinte eine Freundin wahrscheinlich aus Mitleid, dass sie gerne mit dem Laufen anfangen würde. Höchst erfreut sagte ich ihr, dass ich sie gerne bei den ersten Runden unterstützen würde, gemeldet hat sie sich diesbezüglich bis heute noch nicht.
Als ich daraufhin den Leuten am Tisch von meiner neuen GPS-Uhr von Polar berichten wollte, merkte ich, dass ich das Thema Laufen für heute wohl genug strapaziert hatte. Vielleicht beim nächsten Mal.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s