255 Tage – Laufen im strömenden Regen

Nachdem ich am Samstag meinen persönlichen Rekord an Distanz gebrochen hatte und sage und schreibe 23,4km gelaufen bin, war ich echt stolz. Als ich dies dann freudestrahlend meinem Mann erzählte, meinte er nur: „Wird ja auch langsam Zeit, du willst ja immerhin Marathon laufen“ – „Danke für das Gespräch“. Aber egal, auf jeden Fall war ich top motiviert für die Einheit heute am Dienstag. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass wir Sonntag einen Gardeauftritt und Montag Gardetraining hatten. Die Faschingssaison hat begonnen. Es regnete in Strömen und ich hoffte, dass es bis zum Lauftreff aufhören würde. Ich zog mich um, und fuhr los (immer noch bei Regen). Tja, jetzt kann ich schon mal verraten, dass der Regen die ganze Einheit lang nicht nachgelassen hat.

Immerhin hatten sich neun verrückte (natürlich positiv gemeint) eingefunden um bei diesem tollen Wetter laufen zu gehen. Das Training startete damit, dass ich nach 300m in eine knöchelhohe Pfütze stieg und ich merkte wie das Wasser meinen Schuh durchdringt. Wir begannen mit Sprints in der Länge von zwei Laternenabständen. Ich wunderte mich warum ich eine der schnellsten war beim Sprinten. Im Nachhinein betrachtet würde ich sagen, dass es sich um einen Anfängerfehler handelte, die anderen wussten einfach was noch kommt und haben sich ihre Kraft eingeteilt. Nach den Sprints folgten ein paar Kniehebelläufe und eine Strecke im Entenlauf. Bis dahin waren wir bereits alle bis auf die Haut nass.

In meinem Kopf kreisten immer nur die Gedanken: – Warum tust du das?- -Es regnet in Stömen- -Du könntest jetzt eigentlich auf dem Sofa liegen, stattdessen rennst du hier bei 3°C und Dauerregen durch die Gegend- Meine Moral war am Boden als es hieß wir machen jetzt Steigerungsläufe. 30Sekunden schnell, 1Minute schnell usw. Bei 1min30sec war ich dann schon die letzte und innerlich echt wütend. Mich nervt das einfach wenn ich was nicht so kann wie ich gern wollen würde.

Da hatte ich dann auch keinen Nerv, den gut gemeinten Ratschlag der Trainerin, die Arme lockerer mitzunehmen richtig umzusetzen. Oder die Füße mehr hochzuheben. Ich brachte nur die Antwort hervor, dass ich die Füße nicht höher heben könne, da ein Schuh mindestens 5Kilo wiege aufgrund des Wassers. Jetzt tut mir die patzige Antwort schon leid, aber in dem Moment, war ich einfach sauer. Sauer auf mich selbst. Alle anderen jammern ja auch nicht…

Dann sollten wir zügig den nächsten Berg hochlaufen. Natürlich mussten auch da alle oben auf mich warten. Ich konnte einfach nicht mehr. Doch dann ging es zurück. 12km im Dunklen bei strömenden Regen waren wohl die schlimmste Laufeinheit meines Läuferlebens. Doch bringen sie mich meinem Ziel -dem Marathon- etwas näher.

Nach der heißen Dusche, auf dem Sofa in eine Decke eingewickelt, mit einer Tasse Tee in der Hand scheint der Horror-Lauf nur noch halb so schlimm.

 

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